Hallow´s End – ein Ausflug zum Horrorfest… zumindest fast.

Wie einige wissen: Ende Oktober war Halloween.  Meine Freundin und ich hatten auch tolle Pläne: Am 31. Oktober wollten wir nach Bottrop-Kirchhellen in den Warner-Brothers-Moviepark zum Halloween Horrorfest. In der Nacht vorher konnte ich nicht gut schlafen, bin um 4 Uhr früh aufgewacht und dann erst um 8 wieder eingeschlafen. Eigentlich wollte ich um 10 losfahren. Da bin ich dann aber erst wieder aufgestanden und dann gegen 11.30 losgefahren.

Ich wohne südlich von Nürnberg und meine Freundin wohnt in Offenbach. Liegt also quasi auf dem Weg in den Ruhrpott. Auf der A9 und der A3 war erstaunlich wenig los, so dass ich die “verlorene” Stunde schnell wieder aufgeholt hatte bzw eine Stunde schneller war als sonst wenn auf der Strecke normaler Verkehr ist. Von Offenbach aus ist es dann fast ja nur noch die A45 auf der eh nie was los ist. Um ca 14.15 kam ich also bei meiner Freundin in Offenbach an. Keine große Pause, wir wollen ja so gegen 16.30 am Park sein. Die Strecke ist in der Zeit gut machbar. Die A45 kenne ich noch von früher, weil ich mal in der Nähe von Siegen gearbeitet habe. Da ist eigentlich immer frei.

Nur ausgerechnet am Freitag den 31. Oktober Nachtmittags nicht. Wir stehen ab 15Uhr im Stau, aber kein Problem, wird schon gleich weitergehen. Ausserdem haben wir ja einen Nintendo DS dabei und zu unserer Freude hat ein Kind einen Kaugummi neben uns auf die Straße gespuckt den wir beobachten. Die Autos fahren immer ganz knapp vorbei. Wir fragen uns ob der Kaugummi sich auf der Fahrbahn “breit treten” wird oder an einem Reifen kleben bleibt wenn ein Auto darüber fährt. Banges Warten. Die Leute wollen unser Wissen leider nicht mit der Antwort bereichern und verpassen den Kaugummi immer sehr knapp. Als endlich jemand drüberfährt und ihn am Reifen kleben hat bejubeln wir ihn. Oder um es mit den Worten von Jürgen Klinsmann zu sagen: Wir freuen uns riesig. Leider stehen wir schon eine ganze Zeit lang. Was das gemeinste daran ist: Im Rückspiegel sehe ich den Turm vom McDonalds an der Ausfahrt Herford-West. Ich habe Hunger grml grml. Mit der Zeit fällt uns auf dass auf der Gegenfahrbahn auch gar kein Verkehr ist. Uns wird bewusst dass es wohl etwas größeres sein wird und stellen das Radio an.

Toll. Ein LKW hat die Leitplanke durchbrochen, der Tank ist geplatzt, Diesel ausgelaufen, Totalsperrung. “Wir gehen davon aus dass sich die Räumungsarbeiten noch einige Stunden hinziehen werden” sagt der zuständige Unheilsverkünder Polizei oder Feuerwehrsprecher im Radio. Ausserdem gibt er “Alle Beteiligten sind unverletzt” zu Protokoll. Das ist einerseits natürlich schön, andererseits irgendwie deprimierend wegen einem Unfall bei dem eigentlich nichts passiert ist im Stau zu stehen. Wenigstens ein paar offene Brüche oder abgetrennte Finger hätten die Beteiligten zu Halloween investieren können. Wir überlegen ob es sich noch lohnen wird weiter zu fahren. Umdrehen können wir zwar auch nicht einfach so, aber dann wenn es weitergeht eben. Es geht immer nur ein paar Meter voran. Manchmal 5. Manchmal 100. Im Schneckentempo. Und dann wieder 10 Minuten garnicht. Vor uns ist ein bordeuxroter Mercedes Lieferwagen mit Mosbacher Kennzeichen. Als wir an einer Steigung stehen rollt der Transporter rückwärts und uns voll vorne drauf. Grade in diesem Moment geht es wieder ein Stück weiter. Anstatt anzuhalten und auszusteigen fährt der Transporter einfach wieder los. Ich fahre natürlich hinterher. Als wir wieder stehen steige ich aus und gehe vor, klopfe an die Scheibe und schreie Laut was der Scheiss denn soll. Der alte Mann der am Steuer sitzt sieht mich verdutzt an und fragt was los ist. Ich sage ihm dass er mir draufgerollt ist und er erwiedert “sind sie mir nicht hinten draufgefahren?”. Ich weiss irgendwie echt nicht was ich sagen soll, denn DAMIT habe ich nicht gerechnet. Ich sage einfach “Ääääääääh”… und dann “Nein!”. Wir machen dann aus das wir bei der nächsten Ausfahrt rausfahren und uns das mal genauer anschauen. Leider ist es schon dunkel und man sieht nicht so viel.

Der Typ macht einen Eindruck als wäre er nicht mehr ganz zurechnungsfähig, als ob er aufgrund seines Alters nicht mehr alles mitkriegt… aber man soll Leuten so etwas ja nicht unterstellen. Er jedoch hat dies einige Minuten später eindrucksvoll bewiesen: Als ich vorne bei Ihm am Wagen war hat sich irgend so ein HuSo zwischen uns gedrängt. Nein, ich nenne niemandem der sich auf der Autobahn vordrängelt Hurensohn. Eigentlich benutze ich dieses Wort garnicht, ich bin da ja eher der Motherfucker-Typ. Ich benutze auch nicht so doofe Abkürzungen für Beleidigungen… Und wenn doch, dann klingt MoFu immer noch sehr viel besser als HuSo. Genug philosophiert. Trotzdem war es ein HuSo. Er hatte nämlich das Kennzeichen Hu-So. Da musste ich schon lachen. Noch mehr lachen musste ich aber als der Alte Sack der Fahrer des Transporters der mir vorne draufgerollt war aus seinem Mercedes ausstieg, zu dem Auto zwischen uns ging und den Fahrer ganz offensichtlich mit mir verwechselte. Er begann dann lauthals zu schimpfen und zu gestikulieren. Der Typ in dem Auto wusste ganz offensichtlich nicht was los war. Ich probierte ihn zwar durch Schreie darauf aufmerksam zu machen dass er grade nicht mit mir redet, aber das hat nichts gebracht. Wir sind dann bei der nächsten Ausfahrt rausgefahren, er kam uns aber nicht hinterher. Das fand ich dann aber sogar gut, so konnten wir schneller zum McDonalds…

Meiner Freundin, dem Auto und mir geht’s gut, bei der Polizei war ich auch, aber die konnten nichts machen, da ja kein richtiger Sachschaden vorliegt. Ansonsten wäre es auch mit diesen beschränkten Fluchtmöglichkeiten Fahrerflucht gewesen und das hätte ich dem Herren schon gegönnt. In letzter Zeit gab es nicht besonders viel zu berichten was mein Interesse zum bloggen zurückzukehren nicht unbedingt steigerte, aber seit Ende Oktober hat sich doch wieder einiges getan. Und Zeit hab ich auch, also wirds hier nun wieder regelmäßig weitergehen.