Natürlich war Rock im Park aus Sicht der Veranstalter mal wieder “ein voller Erfolg” (wenn ich die Zeitung nicht schon weggeschmissen hätte würde ich nun auch ausführlich und mit Namen zitieren). Ich sehe das leider anders. Nicht dass ich keinen Spaß gehabt hätte, aber Einiges ging mir schon sehr auf die Nerven. Wie z.B. unsere Nachbarn auf dem Zeltplatz. Überhaupt scheint Rock im Park zu einem großen Treffen der Bauernkinder Landjugend und Burschenvereine (Ja die nennen sich wirklich so und das, finde ich, sagt schon einiges über sie aus) zu verkommen.

Den Dialekt unserer Nachbarn konnte ich leider nicht einordnen, deshalb ist davon auszugehen dass sie Oberpfälzer sind. Ich habe natürlich nichts gegen Oberpfälzer im allgemeinen, zumindest gebe ich das nicht zu. Aber ich habe etwas gegen Leute die auf ein Rockfestival kommen und sich dort benehmen als wären sie auf dem Dorffest in Hinterwaldshofen (Ja, diesen Ort hab ich mir ganz alleine ausgedacht). Kirchweihlieder (Beispiel), unlustige Insider-Witze die sich alle 2 Minuten wiederholen und zu allem Überfluss das Ganze noch mit einem Megafon, dass auf Knopfdruck “Ole Ole” mit einem italienischen Akzent singen kann. Ist das wirklich die Zielgruppe die der Veranstalter ansprechen will und die angestrebte Stimmung die er sich auf dem Festival wünscht? Mach was lieber Marek Lieberberg!

Ich zumindest bin kein großer Fan dieser niederen Art der Kultur und ich konnte nicht damit rechnen auf einem Rockfestival in dieser Hülle und Fülle damit konfrontiert zu werden. Das klingt jetzt natürlich alles etwas von oben herab und einige werden sagen “Hey Moment, niedere Art der Kultur? Du furzt und rülpst doch auch und findest das dann noch witzig”. Und ja, das ist vollkommen korrekt. Der Unterschied besteht aber darin, dass mir dazu jedes mal total tolle, total kreative und vor allem total neue Witze einfallen. Diese dreckigen Ergebnisse der Schweinezucht Kids kommen da mit Sprüchen die sie vor 5 Jahren mal von ihren Onkel gehört haben der diesen Witz schon 8 Jahre vorher regelmäßig mit seinen Kollegen auf der Baustelle gemacht hat. Boah stinkt das… Ha… Ha.

Also, merke: Der Unterschied zwischen feiern und feiern ist also ob man sich gute Witze beim furzen ausdenkt oder ob man die vorhandenen benutzt. Naja, nicht ganz, aber ich hoffe ihr versteht was ich meine und könnt diese Aussage auf andere Bereiche projezieren. Feiern sollte immer etwas neues bieten, die Kreativität der Leute fordern und fördern, denn neue unterhaltsame Sachen sind die besten unterhaltsamen Sachen. So etwas bietet “Kultur” von Menschen die Hühner ficken Kirchweihkultur nicht. Und wenn ich dann auf einem Festival mit der vollen Dosis provinzieller Primitivität konfrontiert werde, muss ich mir ernsthaft Gedanken machen ob ich mir das Festival wieder antun will. Für mich sind das einfach Dinge die nicht zusammenpassen, da bin ich faschistisch. Das heisst auch nicht dass Rockfestivals nichts für Kuhmelker mit einem IQ von 2,8 Atü traditionsbewusste Leute vom Land sind. Aber lasst doch bitte die Kirche (und vor allem das früher ihr gewidmete Fest) im Dorf.

Wo wir grade bei einem Thema sind dass man in der Kanalisation runterspülen könnte: Dieses Jahr waren nicht so viele Bands da die mir gefallen haben. Somit wurde mein Festivalhighlight ein Besuch der Sanitäranlagen in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Natürlich wüsstet ihr nun gerne ob ich groß oder klein war und was sich dort zugetragen hat, aber das behalte ich vorerst noch für mich. Die Situation war zu schön um sie jetzt einfach so hier aufzuschreiben. Sie kostete immerhin 50 Cent Eintritt. Eigentlich sogar 2 Euro, da ich eine Runde Sanitäranlagen für meine Freunde und mich ausgegeben habe. Ich hoffe das Ereignis noch für einen einzelnen Eintrag entsprechend illustriert aufbereiten zu können oder euch bei Wiederholung mit einer professionellen Dokumentation dazu zu versorgen.

In der Theorie sollten ja nach wie vor die Konzerte das wichtigste sein. Das sind sie für mich zwar nicht, aber natürlich sollen auch diese hier Ihre Erwähnung finden. Nachdem ich ja viel lieber mit krakeligen Linien rummale als Gesundheitsschäden durch das benutzen von Tastaturen (Lesen Sie dazu die Mitteilung auf der Rückseite Ihrer Tastatur) zu provozieren habe ich mal eine kleine Übersicht gemacht was ich gesehen habe und was nicht. Die Auftritte der Bands sind mit Schulnoten bewertet. Eigentlich entspricht die Notenverteilung so garnicht meinem Musikgeschmack, aber die Auftritte von denen ich vorher dachte dass sie meine Highlights werden waren einfach nicht so gut. (Hihi, du hast deine Tastatur jetzt wirklich umgedreht oder?) Finger Eleven und Chiodos fehlten auf einmal völlig, ohne dass der Veranstalter etwas bekannt gegeben hätte. Alles was durchgestrichen ist habe ich mir nicht angetan. Die mit X gekennzeichneten Bands hatte ich eigentlich vor zu sehen, aber das wurde aus verschiedenen Gründen (Schlafen, Regen, Alienentführung etc.) leider nichts. Bei den Bands mit Fragezeichen weiss ich nicht mehr ob wir sie uns angeschaut haben oder habe den Auftritt zu wenig beachtet um eine Einschätzung abzugeben.

sewhandshakedragon.jpg

Übrigens ist 50m von unserem Zelt entfernt ein Blitz in einen Baum eingeschlagen. Da waren wir auch grade im Zelt. Das war zu diesem Zeitpunkt aber kein guter Aufenthaltsort. Ich hätte mir wirklich fast in die Hosen gemacht, so sehr haben sich meine Muskeln vor Schreck zusammengezogen. Aber bevor du jetzt kicherst solltest du das selbst mal erleben, deine Hose wär nämlich ganz bestimmt feucht geworden, so wie du ausguggst.

Auch wenn ich es jetzt in Frage stelle… Nächstes Jahr bin ich bestimmt wieder dabei und rege mich noch mehr über diese Inzestkinder primitive Art mancher Leute auf. Dann könnt ihr es wieder hier lesen. G-N-Ä-Ä ftw

PS: Dass ich viel Spaß mit Udo, Anja, Christian und Melli hatte, mich darüber gefreut habe Manu und die Atzen so wie Michi, Moni, Romy und andere zu treffen soll auch nicht unerwähnt bleiben, es passte einfach nicht so recht in diesen volksverhetzenden Beitrag.

PPS: Herr Perkmann, ich habe Sie 2x gesehen, aber Sie mich nicht!*g*